Begriffserklärungen rund um Ihre Beteiligung



Abschreibung
Der Begriff entspringt der Technik der Buchführung. Bei der Abschreibung handelt es sich um einen nach handelsrechtlichen Vorschriften berechneten Wertverlust eines Vermögensgegenstandes, der keine Auswirkung auf die Liquidität hat, der jedoch als Aufwendung zu einer Minderung des Jahresergebnisses führt (steuerlich: Absetzungen für Abnutzung "AfA"). Abschreibungen mindern das zu versteuernde Einkommen und senken dadurch die Steuerlast, ohne dass damit Ausgaben verbunden sind, da die Abschreibung lediglich buchtechnisch erfolgt. Das heißt, sie hat Aufwandscharakter, ohne zum Zeitpunkt des Aufwandes mit einem Geldabfluss verbunden zu sein (die Anschaffung des Wirtschaftsgutes ist bereits in einem früheren Jahr erfolgt). Abschreibungen haben also nicht direkt mit den Ausgaben des Betriebes zu tun.

Agio
Eine Gebühr (Aufgeld/Aufschlag), die der Anleger beim Erwerb von Fondsanteilen zahlt. Sie dient zur Deckung der Kosten, die beim Absatz von Fondsanteilen entstehen.

Anleger
Eine Person, die sich an einer Fondsgesellschaft beteiligt. Der Begriff wird häufig synonym mit Gesellschafter, Kommanditist, Zeichner oder Investor verwendet.

Anteilsfinanzierung
Persönlicher Kredit, den der Anleger aufnimmt, um sein Investment (teilweise) zu finanzieren.

Atypisch stille Beteiligung
Eine atypisch stille Beteiligung ist ein Beteiligungssystem, bei welchem der Gesellschafter nicht nur am Gewinn und Verlust, sondern darüber hinaus am Geschäftsvermögen und somit am Vermögenszuwachs (Stille Reserven) beteiligt ist.

Anleihen
Anleihen dienen einem Emittenten zur Beschaffung von Fremdkapital. Emittenten können Staaten oder Unternehmen sein. Anleihen verbriefen dem Inhaber einen Rückzahlungsanspruch und Zinszahlungen in bestimmter Höhe als Entgelt für die Überlassung des Kapitals. Im Unterschied zu Krediten werden Anleihen öffentlich begeben, sodass jedermann dem Emittenten der Anleihe Kapital für die Dauer der Laufzeit überlassen kann. Anleihen unterscheiden sich durch abweichende Konditionen, unterschiedliche Laufzeiten, die Währungen, in denen sie erworben und zurückgezahlt werden, sowie die Art der vom Schuldner zu erbringenden Verzinsung.

Asset
Englische Bezeichnung für Vermögenswerte. Der Begriff Asset wird auch synonym für Kapitalanlagen verwendet. Assetklassen beschreiben die Unterteilung des Kapitalmarktes in verschiedene Anlagesegmente.

Ablaufleistung
Auszahlungsbetrag bei Erreichen der Laufzeit einer Lebensversicherungspolice. Die Komponenten bestehen z.B. aus garantierter Versicherungssumme, zugewiesenen Boni und Schlussbonus.

Aktuar
Versicherungsmathematiker. Die besondere Aufgabe eines Aktuars ist die Risikoabschätzung von Versicherungsverträgen. Zudem überprüft er permanent, ob die finanzielle Situation der Lebensversicherungsgesellschaft die jederzeitige Erfüllung der gegenüber den Versicherten eingegangenen Verpflichtungen gewährleistet.

Beirat
Gremium mit beratender Funktion (in der Regel bestehend aus drei bis fünf Beiräten). Der Beirat vertritt die Interessen der Kapitalanleger und wird gemäß Gesellschaftsvertrag mehrheitlich von ihnen aufgestellt und gewählt. Er unterstützt und berät die Fondsgeschäftsführung in wichtigen Fragen der Unternehmenspolitik (d. h. nicht im Tagesgeschäft) und berichtet den Anlegern. Die Kompetenzen des Beirats sind i.d.R im Gesellschaftsvertrag definiert.

Beitrittserklärung
Vereinbarung, durch die der Anleger einer Beteiligungsgesellschaft beitritt. Der Beitritt der Anlegers wird i.d.R. erst mit der Annahme durch den Treuhänder wirksam.

"Blind-Pool"-Fonds
Bei diesen Fonds steht die Gattung der Investitionsgüter fest, z.B. Schiffstanker oder Einzelhandelsimmobilien, während das oder die konkreten Objekt(e) zum Zeitpunkt der Beteiligung noch nicht bestimmt ist bzw. sind. Oft ist bei diesen Modellen das Gesamtvolumen nicht fixiert, sondern hängt vom Platzierungserfolg des Investments ab.

Bereederung
Technisches und kaufmännisches Management eines Schiffes i.d.R. durch eine Reederei. Aufgabe des technischen Managements ist der reibungslose Ablauf des Schiffsbetriebs durch Techniker und Nautiker. Diese sorgen für die Schiffspflege und -versorgung, die Werftenbetreuung sowie anfallende Reparaturarbeiten. Das kaufmännische Management sitzt an Land, handelt Charterverträge aus und ist von der Buchhaltung bis zum Jahresabschluss für die finanziellen Belange verantwortlich.

Betriebsergebnis
Gewinn oder Verlust als Differenz aus den jährlichen Erträgen und Aufwendungen des Geschäftsjahres (z.B. Personalaufwand, Beratungskosten, sonstiger Sachaufwand).

Bond
Vgl. „Anleihen“.

Bulkcarrier/Bulker
Schiff zur Beförderung von trockenen Massengütern (englisch bulk = Masse). Hierzu zählen z.B. Getreide, Erz und Kohle. Bulker besitzen große Laderäume, in die das Massengut hineingeschüttet wird.

Bonus, Boni
Vgl. Schlussbonus und zugewiesener Bonus.

Cashflow
Kennzahl zur Beurteilung der Zahlungskraft eines Unternehmens. Er stellt den Zahlungsmittelüberschuss dar, der insbesondere aus dem Jahresabschluss und der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens abgeleitet wird. Ein negativer Cashflow wird als Cashdrain bezeichnet.

Charterer
Mieter oder Pächter eines Schiffes für einen festgelegten Zeitraum (Time charter) oder eine Strecke (Trip charter/Voyage charter), i.d.R. sind dies Befrachtungsunternehmen oder Reedereien.

Charterrate
Der durch den Chartervertrag definierte Preis für die Überlassung eines Schiffes. Abhängig von Schiffsart, Schiffsgröße, Ausstattung sowie Einsatzgebiet und Vertragsdauer differiert die Charterrate, die üblicherweise in US-Dollar zu zahlen ist.

Direktkommanditist
Ein Direktkommanditist ist ein Anleger, der sich direkt an der Fondsgesellschaft beteiligt und auch persönlich im Handelsregister eingetragen ist. Üblicherweise übernimmt der Treuhandkommanditist nur die Verwaltung der Beteiligung (Verwaltungstreuhand).

Einlage
Einlage wird der Betrag genannt, den ein Gesellschafter als Beteiligung in ein Unternehmen einbringt.

Emissionshaus
Andere Begrifflichkeit für Anbieter.

Emittent
Ein Emittent (Aussteller) gibt entweder im eigenen Namen oder für Dritte Fondsanteile oder Wertpapiere aus.

Entnahmen (Auszahlungen/Ausschüttungen)
Geldbetrag, den die Fondsgesellschaft ihren Anlegern auszahlt. Die Höhe der Auszahlung orientiert sich an der Liquiditätssituation der Gesellschaft. Handels- und steuerrechtlich handelt es sich bei den Auszahlungen um Entnahmen. Die Auszahlung ist vom steuerlichen Ergebnis des Fonds zu unterscheiden, das höher oder niedriger sein kann als die Auszahlung.

Fungibilität
Fungibilität (Handelbarkeit) ist der lateinische Begriff für Vertretbarkeit im Sinne von Austauschbarkeit und eine Voraussetzung für den Börsenhandel. Die Standardisierung von Wertpapieren, die zum Börsenhandel zugelassen sind, macht diese austauschbar und ermöglicht ihren breiten Handel. Anteile geschlossener Fonds weisen wegen ihrer langen Laufzeiten und der steuerlichen Rahmenbedingungen hingegen eine geringe Fungibilität auf. Allerdings gibt es inzwischen Ansätze, einen Zweitmarkt mit Anteilen geschlossener Fonds zu etablieren und dadurch die Fungibilität zu steigern.

Formelablaufleistung Lebensversicherungen Großbritannien
(engl: FMV = Formula Maturity Value) Sie wird auf Basis bestehender Bonuszahlungen und Schlußzahlungen derzeitiger Policen des gleichen Anbieters in die Zukunft hochgerechnet. Dieser Wert ergibt rechnerisch die erwartete Gesamtablaufleistung einer Police.

Garantierte Versicherungssumme
Bei Vertragsabschluss vereinbarter Betrag zum Ablauf der Lebensversicherungspolice. Er liegt in Großbritannien in der Regel unter der Summe aller zu leistenden Prämien. Dies liegt an einer nicht vorhandenen Verpflichtung zur Mindestverzinsung. – Vgl. With-Profit Endowments.

Genussrecht
Das Genussrecht ist ein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis. Der Anleger hat den Status des Kapitalgebers für den Initiator; dieser verpflichtet sich i.d.R. zur Zahlung festgelegter Zinsen und Tilgung. Genussrechte können mit einer Vielzahl von Variationen ausgestattet werden.

Geschäftsbesorgungsvertrag
Ein Geschäftsbesorgungsvertrag ist ein Dienst- oder Werkvertrag, durch den sich der Beauftragte zur entgeltlichen Besorgung eines ihm von dem Auftraggeber übertragenen Geschäfts verpflichtet. Die Fondsgesellschaft überträgt dem Geschäftsbesorger die mit ihrem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb verbundenen laufenden Geschäfte. Die Geschäftsbesorgung erstreckt sich auf alle Geschäfte und Maßnahmen, die dem Betriebsablauf und dem Zweck der Gesellschaft dienen.

Geschlossene Fonds
Ein geschlossener Fonds ist eine Kapitalanlageform, bei der das Kapital sachwertorientiert angelegt ist. Hier sind der Investitionsgegenstand, beispielsweise die Immobilie oder die Immobilien etc. (-> Assetklassen), und das Investitionsvolumen fixiert und somit die Zahl der Anleger begrenzt. Ist das benötigte Eigenkapital der Anleger erworben, schließt der Fondsinitiator den Fonds. Anteile an einem geschlossenen Fonds können mit Einschränkungen über den Zweitmarkt gehandelt werden.

Gewinnerzielungsabsicht
Die Gewinnerzielungsabsicht (Einkunftserzielungsabsicht) ist Voraussetzung für die Anerkennung von Werbungskosten, und zwar sowohl auf der Ebene der Fondsgesellschaft als auch auf der Ebene des Gesellschafters. Auf der Ebene der Fondsgesellschaft wird die Einkunftserzielungsabsicht in der Regel durch die Planrechnung und die daraus abgeleitete Wirtschaftlichkeitsprognose unterstellt. Auf der Ebene des Gesellschafters/Anlegers muss während der voraussichtlichen Dauer der Vermögensnutzung ein Totalüberschuss, d. h. ein positives steuerliches Gesamtergebnis, angestrebt werden. In die Berechnung des Totalüberschusses gehen sowohl  steuerliche Anfangsverluste aus der Investitionsphase als auch steuerlich positive oder negative Ergebnisse der Folgejahre ein. Weiterhin sind die vom Anleger geltend gemachten Sonderwerbungskosten/Sonderbetriebsausgaben (z. B. Zinsen für eine Finanzierung des Anteils) in Abzug zu bringen. Liegt kein Totalüberschuss vor, so qualifizieren die Finanzämter die Beteiligung als „Liebhaberei“ und erkennen regelmäßig die steuerlichen Verluste nicht an.
Vgl.: Liebhaberei

GmbH & Co. KG
Spezielle Ausprägung der im Handelsgesetzbuch (HGB) geregelten Kommanditgesellschaft (KG). Der unbegrenzt haftende Gesellschafter ist im Gegensatz zum gesetzlich geregelten Normalfall der KG keine natürliche Person, sondern eine juristische Person (GmbH), die nur mit ihrem Stammkapital haftet. Dies stellt die üblicherweise gewählte Rechtsform bei geschlossenen Fonds dar.
Vgl. Kommanditgesellschaft

Grunderwerbsteuer
Verkehrsteuer, die auf den Grundstückserwerb erhoben wird. Grundsätzlich fällt die Grunderwerbsteuer bereits für den schuldrechtlichen Vorgang an. Die Steuer bemisst sich nach dem Wert der Gegenleistung, d.h. in der Regel nach dem Kaufpreis. Die Steuer beträgt nach dem jeweiligen Bundesland ca. 4,5-6,5 % der Bemessungsgrundlage (Kaufpreis).

Haftung
Beim Kauf von Fondsanteilen wird der Anleger i.d.R. Mitunternehmer und haftet für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Üblicherweise werden die Anleger Kommanditisten einer KG. Die Haftung ist dann nach dem HGB auf das im Handelsregister eingetragene Kapital (Hafteinlage) begrenzt. Die persönliche Haftung des Kommanditisten erlischt, wenn er seine Pflichteinlage geleistet hat. Sie lebt aber wieder auf, wenn sein Kapitalkonto unter die Hafteinlage gemindert wird (weil z. B. die Einlage durch Ausschüttungen an ihn zurückgezahlt wird).

Investitions- und Finanzierungsplan
Im Rahmen der Investitions- und Finanzierungsrechnung erfolgt eine zusammenfassende Darstellung von Mittelherkunft (Gesamtfinanzierung) und Mittelverwendung (Gesamtausgaben) für ein Projekt bzw. für einen geschlossenen Fonds. Während der Investitionsplan die Verwendung der finanziellen Mittel bezüglich einzelner Kostengruppen abbildet, zeigt der Finanzierungsplan die Beschaffung bzw. Herkunft dieser Mittel. Die Investitions- und Finanzierungsrechnung einer Fondsgesellschaft erfasst somit letztlich das gesamte Investitionsvolumen des Fonds auf "Soll- und Habenseite".

Innerer Wert
Dieser Wert beschreibt den Wert der angesparten Kapitalanlagen einer Lebensversicherung. Er wird mit Hilfe versicherungsmathematischer Verfahren zur Bestimmung eines angemessenen Kaufpreises geschätzt. – Vgl. Kaufpreis einer Police.

Interner Zinsfuß/IRR
In der Finanzmathematik häufig verwendete Kennzahl. Der IRR gibt die Verzinsung auf das jeweils noch gebundene Kapital einer Investition an. Das Ergebnis der IRR-Methode ist mit den Aussagen von Ergebnissen anderer Kapitalanlagen, wie z.B. festverzinslichen Wertpapieren, nicht vergleichbar. Ein umfassendes Verständnis über die Aussagen von Ergebnissen, die auf der IRR-Methode beruhen, ist nur mit detaillierten finanzmathematischen Kenntnissen möglich.

Investment Grade
Eigenschaft eines Wertpapiers, welches über Ratings von AAA bis BBB (inklusive Baa3 bzw. BBB-) verfügt. In der Finanzbranche wird unterschieden zwischen den beiden Gruppen „Investment Grade“ oder „Speculative Grade“. Diese Unterscheidung spielt insbesondere für institutionelle Investoren wie beispielsweise Pensionskassen oder Versicherungen eine wichtige Rolle, weil diese oftmals per Gesetz oder durch ihre eigenen Statuten verpflichtet sind, nur Anleihen von Schuldnern zu kaufen, die zur Gruppe „Investment Grade“ zählen.

Jahresabschluss
Bilanz-, Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens. Über das vergangene Geschäftsjahr berichtet ein Treuhand- oder Geschäftsbericht.

Kaufpreis einer Police, Lebensversicherungen Großbritannien
Der Kaufpreis wird durch den Rückkaufwert als Preisuntergrenze festgelegt und hängt am Sekundärmarkt maßgeblich vom ermittelten inneren Wert und der Formelablaufleistung ab.

Kommanditgesellschaft
Eine Kommanditgesellschaft ist eine Personengesellschaft, in der sich zwei oder mehr natürliche Personen und/oder juristische Personen zusammengeschlossen haben, um unter einer gemeinsamen Firma ein Handelsgewerbe zu betreiben. Bei der Kommanditgesellschaft haftet mindestens ein Gesellschafter unbeschränkt (sog. Komplementär). Die anderen Gesellschafter (Anleger) haften normalerweise nur mit ihrer Einlage (sog. Kommanditisten).
Komplementär kann auch eine GmbH sein. In diesen Fällen spricht man von der GmbH & Co. KG.  In dieser Rechtsform werden heute die meisten geschlossenen Fonds angeboten. Die Komplementär-GmbH, also der persönlich haftende Gesellschafter des Fonds, wird in der Regel vom Initiator gestellt.

Kommanditist
Der Kommanditist ist, im Gegensatz zum Komplementär, der beschränkt haftende Gesellschafter (Anleger) einer Kommanditgesellschaft. Seine Haftung ist grundsätzlich auf die von ihm geleistete Einlage begrenzt. In der Regel wird der Kommanditist an einer GmbH & Co. KG beteiligt.

Leistungsbilanz
I.d.R. sind Leistungsbilanzen jährlich von Fondsinitiatoren vorzunehmende Darstellungen, in denen Entwicklung und Ergebnisse der aufgelegten Fonds dokumentiert werden. Zentraler Bestandteil von Leistungsbilanzen ist der sog. Soll-/Ist-Vergleich. Hierbei werden wesentliche Eckdaten (z.B. Ausschüttungen, Miet- oder Chartereinnahmen etc.) entsprechend ihrer Prognose dem tatsächlich erzielten Ergebnis über die vergangenen Jahre/Berichtsperioden gegenübergestellt.

Liebhaberei
Liebhaberei wird von der Finanzverwaltung angenommen, wenn der Steuerpflichtige eine Tätigkeit ohne Gewinnerzielungsabsicht ausübt. Qualifiziert die Finanzverwaltung eine Tätigkeit als Liebhaberei, wird die Tätigkeit der privaten Lebensführung zugeordnet. Damit können erzielte Verluste steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden. Verluste, die bereits vor der Umqualifizierung der unternehmerischen Tätigkeit in einen Liebhabereibetrieb erzielt wurden, können als nachträgliche Betriebsausgaben angesetzt werden, falls eine Verrechnung der Verluste mit dem Aktivvermögen des Unternehmens mangels Masse nicht möglich war.

Liquidation
Abwicklung und Auflösung einer Gesellschaft.

Liquiditätsreserve
Sicherungsposition in der Prognoserechnung einer Gesellschaft. An die Gesellschafter wird ein Teil der laufenden Überschüsse (z. B. aus dem Vermietungsgeschäft) nicht ausgeschüttet, sondern vielmehr der Liquiditätsreserve zugeführt. Hieraus können in der Folge unvorhergesehene Kosten abgedeckt werden.

Locked-in-value
Aufgelaufener Garantiewert aus garantierter Versicherungssumme und zugewiesenen Boni zum Zeitpunkt des Kaufs einer britischen Lebensversicherungspolice.

Market Maker
Ein Market Maker ist eine Policenhandelsgesellschaft, die im Markt bestehender britischer Lebensversicherungen tätig ist.

Maturity Value
Vgl. Ablaufleistung.

Massengut
Ladung, die in großen Mengen, normalerweise eine ganze Schiffsladung, transportiert wird. Massengüter kann man in zwei Kategorien zusammenfassen: Flüssige Massengutladung, wie Erdöl, Flüssiggas, flüssige Erdölerzeugnisse etc. Trockene Massengutladung: Erz, Kohle, Bauxit, Phosphat, Zement, Getreide sowie Massenstückgüter, wie Baumstämme, Papier oder Stahl.
Vgl. Bulk Carrier

Nachrangdarlehen
Ein Nachrangdarlehen ist eine bestimmte Darlehensform, die sich dadurch charakterisiert, dass bei der Beantragung keine Sicherheiten erforderlich sind. Die Darlehensgeber werden im Insolvenzfall nachrangig befriedigt, d.h. erst nachdem den Forderungen aller anderen Kreditgeber nachgekommen wurde. Dem entgegen steht die deutlich höhere Verzinsung, mit welcher Nachrangdarlehen i.d.R. ausgestattet sind.

Nachsteuerrendite
Auch prognostizierte Rendite nach Steuern. Im Gegensatz zur Vorsteuerrendite ist das die Rendite der Beteiligung in Abhängigkeit vom persönlichen Steuersatz unter Beachtung der Steuereffekte. In den Prospekten wird die Nachsteuerrendite meist beispielhaft für verschiedene Steuersätze berechnet.

Nebenkosten
Nebenkosten sind vom Nutzer zu zahlende Bewirtschaftungskosten eines Objekts bzw. Projekts. Bei einem Immobilienfonds sind das beispielsweise die neben der Miete/Pacht vom Mieter zu zahlenden Verwaltungsgebühren, Versicherungen, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühren, Hausmeisterkosten und Hausreinigungskosten, etc. Je nach Marktmacht des Nutzers sind auch Verträge denkbar, in denen der Ausschluss von bestimmten Nebenkosten vereinbart wird, so dass diese Nebenkosten beim Anbieter verbleiben. In der Prognoserechnung muss dann eine entsprechende Position „Nicht umlagefähige Nebenkosten“ unter Ausgaben kalkuliert werden.

Net Asset Share
Vgl. innerer Wert.

Partiarisches Darlehen
Ein partiarisches Darlehen (Beteiligungsdarlehen) ist eine Sonderform des Darlehens. Als Entgelt für die Überlassung des Darlehens wird ein Anteil am Gewinn oder Umsatz eines Unternehmens oder eines Geschäfts, zu dessen Zweck (insbesondere zur Finanzierung) das Darlehen gewährt wurde, vereinbart (partiarisch = gewinnabhängig). Neben der Gewinnbeteiligung kann eine Verzinsung vereinbart werden, wobei der Schwerpunkt auf der Gewinnbeteiligung liegen muss.

Performance (Wertentwicklung)
Die Performance gibt die prozentuale Wertentwicklung eines Fonds während eines bestimmten Zeitraums wieder. Je höher die Performance, desto besser. Dabei sollte stets die langfristige Performance von mehreren Jahren betrachtet werden, da diese aussagekräftiger ist. Meist wird zum Vergleich ein so genannter Benchmark als Referenz genommen, um die Performance im Vergleich zum Gesamtmarkt oder zu einzelnen Branchen darzustellen.

Platzierungsgarantie, geschlossener Fonds
Voraussetzung der Realisierung des Investitions- und Finanzplans ist die Akquirierung der Anlegergelder. Kann das notwendige Eigenkapital nicht eingesammelt werden, ist die Realisierung des gesamten Investitionsvorhabens gefährdet. Die Platzierungsgarantie stellt sicher, dass die Investition wie geplant ausgeführt wird, auch wenn noch nicht alle Fondsanteile gezeichnet sind. Die Werthaltigkeit der Platzierungsgarantie hängt von der Bonität des Garanten (i. d. R. der Initiator) ab. Dieser übernimmt die restlichen Fondsanteile oder stellt der Fondsgesellschaft Darlehen zur Verfügung.

Prospekt
Der Verkaufsprospekt enthält die Vertragsbedingungen des Fonds und alle Angaben von wesentlicher Bedeutung, die für die Beurteilung der Investmentanlage wichtig sind. Er muss dem Anleger grundsätzlich vor dem Erwerb von Fondsanteilen ausgehändigt werden. Der Verkaufsprospekt ist seit 1. Juli 2005 einer formalen Prospektprüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) zu unterziehen.

Purchase Price
Vgl. Kaufpreis.

Rückabwicklung
Als Rückabwicklung bezeichnet man die Auflösung einer Fondsgesellschaft und die Erstattung der von den Anlegern gezahlten Einlagen, bevor die Gesellschaft ihre eigentliche Geschäftstätigkeit aufgenommen hat.

Rückkaufwert
Der von der jeweiligen Versicherungsgesellschaft angebotene Wert bei Kündigung einer Lebensversicherungspolice.

Schiffsbetriebskosten
Kosten, die während des laufenden Betriebs eines Schiffes anfallen. Dies sind im Wesentlichen Personalaufwendungen, Proviant, Versicherungen, Instandhaltungen und Reparaturen.

Schlussbonus
Der von einer Versicherungsgesellschaft über die garantierte Versicherungssumme und zugewiesene Boni hinaus gezahlte Betrag bei Ablauf einer Lebensversicherung. Er wird von den Versicherungsgesellschaften jährlich neu festgelegt und trägt maßgeblich zur Gesamtrendite einer Police bei.

Sekundärmarkt
Vgl. Zweitmarkt.

Smoothing
Das Glätten von Wertveränderungen britischer Lebensversicherungsverträge. Dieses Verfahren ist wesentlicher Bestandteil einer With-Profit Police. Traditionell bilden britische Versicherer in guten Zeiten Reserven. Diese geben sie durch laufende Bonuszahlungen und Schlussbonus an die Policeninhaber weiter.

Surrender Value
Vgl. Rückkaufwert.

TEU
Norm für einen Standardcontainer und Maßeinheit für die Ladekapazität von Containerschiffen – 20 mal 8 mal 8,5, angegeben in Fuß. Standardmaß (TEU = Twenty Foot Equivalent Unit), das Mitte der 60er-Jahre in Paris festgelegt wurde.

Tonnage
Maßeinheit für Schiffsraum. Seit dem 19. Jahrhundert wird der Rauminhalt (Volumen, nicht Gewicht) des Schiffes in Raum- oder Registertonnen gemessen. Eine Bruttoregistertonne (BRT, engl. gross registered tons/GRT) entspricht dabei 100 Kubikfuß oder rund 2,83 Kubikmetern. Nettotonnage (NRT) bezeichnet dagegen nur den Rauminhalt des Frachtraums. Seit 1982 wird nach Brutto- und Nettoraumzahl (BRZ und NRZ) vermessen. Von Tonnage spricht man auch, wenn Ladung, Ladungskapazität oder Frachtraum gemeint sind.

Tonnagesteuer
Möglichkeit der pauschalen Gewinnermittlung bei Betrieb eines Handelsschiffes im internationalen Seeverkehr. Bei Anwendung der Tonnagesteuer (Option) wird anstelle des tatsächlichen Gewinns oder Verlusts der steuerliche Gewinn pauschal ermittelt. Grundlage der Pauschalisierung ist die Nettoraumzahl (Tonnage), also die „Größe“ des Schiffes. Daraus resultiert ein sehr geringer steuerlich relevanter pauschaler Gewinn für die Gesellschaft und damit sehr geringe Steuern für die einzelnen Gesellschafter während der Betriebsphase. Aufgrund der pauschalen Ermittlung über die Tonnage ist die Steuer auch in Verlustjahren in voller Höhe zu leisten. Diese Steuer wurde 1999 eingeführt, um bestehende Ungleichheiten im internationalen Seeschiffsverkehr zu beseitigen.

Treugeber
Bei geschlossenen Fonds übliche Form der mittelbaren Beteiligung an einer Kommanditgesellschaft über einen Treuhänder, mit dem der Anleger einen Treuhandvertrag abschließt, der gewährleistet, dass ihm die wirtschaftlichen und steuerlichen Ergebnisse der Beteiligung zugerechnet werden.

Treuhänder / Treuhandkommanditist
Der Treuhänder ist eine natürliche oder juristische Person, die im Außenverhältnis die volle Rechtsstellung eines Eigentümers wahrnimmt, sich jedoch im Innenverhältnis gegenüber seinem Treugeber verpflichtet, nur gemäß Treuhandvertrag über das Vermögen zu verfügen. Treuhänder können bei geschlossenen Fonds unterschiedliche Funktionen übernehmen, z. B. die Kontrolle über die ordnungsgemäße Verwendung der Anlegergelder oder die Begründung und Verwaltung der Beteiligung. In der Regel fungiert der Treuhänder als Treuhandkommanditist, d. h. er wird im Handelsregister entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen eingetragen.

Typisch stille Beteiligung
Eine atypisch stille Beteiligung ist ein Beteiligungssystem, bei welchem der Gesellschafter am Gewinn und Verlust der jeweiligen Gesellschaft teilnimmt, nicht jedoch an der Vermögensentwicklung.

Verkaufsprospekt
Maßgebliche Verkaufsunterlage, insbesondere bei geschlossenen Fonds, der Vermögensanlage auf Basis des Verkaufsprospektgesetzes mit allen für den Anleger und seine Anlageentscheidung wesentlichen Eckdaten, Tatsachen, Prognosen und Risiken der Beteiligung.

Vertragslaufzeiten
Die Vertragslaufzeiten der gewählten Beteiligungen variieren je nach gewähltem Investment. Festgelegte Vertragslaufzeiten gewährleisten, dass der Anleger für eine angemessene Zeitspanne an den zukünftig zu erwartenden Gewinnen teilhaben kann. Gleichzeitig bedingt die Anlagedauer eine entsprechende Kapitalbindung. Eine vorzeitige Vertragsbeendigung ist im Regelfall nicht möglich.

With-Profit Endowments
Vorrangige Form der kapitalbildenden Lebensversicherung in Großbritannien. Versicherungsgesellschaften erwirtschaften attraktive Renditen durch Unterschiede im Aufsichtsrecht und die fehlende Verpflichtung zur Erzielung einer Mindestverzinsung während der Laufzeit des Vertrages. – Vgl. Smoothing.

Worst-Case-Szenario/Risiken
In der Unternehmensplanung werden verschiedene zukünftige Ereignisse, die Einfluss auf die Entwicklung des Geschäftes haben könnten, gedanklich durchgespielt. Dem Worst-Case-Szenario liegt die Annahme zugrunde, dass ein sehr negativer Fondsverlauf eintreten könnte.

Zinsstruktur/Zinsstrukturkurve
Als Zinsstruktur bezeichnet man das Verhältnis verschiedener Zinssätze zueinander. Der jeweilige Zinssatz hängt im Allgemeinen von der Laufzeit, dem Risiko, der steuerlichen Behandlung und sonstigen Eigenschaften der entsprechenden Finanzinstrumente (hier: Anleihen) ab. Die Höhe der Rendite einer Anleihe ist unter anderem abhängig vom Rating, dem Kaufpreis oder der Restlaufzeit der Anleihe. Typischerweise werden bei längeren Laufzeiten höhere Renditen erwirtschaftet. Diesen Verlauf spiegeln die Zinsstrukturkurven der einzelnen Anleihetypen wider. Die Zinsstrukturkurven können jedoch auch einen inversen Verlauf haben, d.h. im längerfristigen Bereich sind die Renditen niedriger als im kurzfristigen Bereich. Dieses Phänomen tritt hauptsächlich in wirtschaftlichen Boomphasen auf.

Zugewiesener Bonus
Jährlich von der jeweiligen britischen Versicherungsgesellschaft bekanntgegebene und der Höhe nach nicht garantierte Gewinnbeteiligung. Wird nach Zuteilung garantierter Bestandteil der Ablaufleistung.

Zweitmarkt
Auf dem Zweitmarkt werden Anteile an geschlossenen Fonds, die bereits früher von Anlegern erworben wurden, zum Zweiterwerb angeboten bzw. nachgefragt. Zu beachten ist, dass die Fungibilität (Liquidierbarkeit) von Fondsanteilen innerhalb eines kurzen Zeitraums in der Regel eingeschränkt ist, da es sich bei der Anlage in geschlossene Fonds grundsätzlich um eine langfristige Anlage handelt, insbesondere auch unter steuerlichen Gesichtspunkten.